Yellowstone National Park

Posted by Julian on August 28th, 2007 filed in Allgemein, USA, Das Besondere im Alltaeglichen

Kommt spaeter…

Achja, wo soll ich denn Anfangen. Mein Schwesterchen ist ja letztes Wochenende gekommen. Am Anfang war das schon irgendwie hart, ploetzlich mit einer Frau zusammenzuleben. Man muss sich ploetzlich um ganz andere Dinge kuemmern (z.B. Lebensmittel kaufen. Ich ueberleb auch noch 2 Tage nachdem die aus sind…) und man kann einfach nicht mehr so machen was man will…
Aber inzwischen ists gut. Ich hab die bruederliche Fuersorge ein wenig zurueckgefahren und mich ansonsten dran gewoehnt. Jetzt ist es schoen sie hier zu haben. Wir fuehren interessante Diskussionen:
Laura: “Wuerdest du jetzt was trinken wenn ich nichts trinken wuerde?”
Julian: “Nein.”
L: “Also ich mein, wenn ich dann heimfahren koennen wuerde?”
J: “Nein. Aber ich wuerde besoffen heimfahren.”
(Wir nennen das Anpassung an die oertlichen Gegebenheiten. Nein, die fahren hier nicht alle wie besoffen. Die fahren eher wie besoffene Fahranfaenger. Ich glaub sogar besoffene deutsche Frauen fahren noch besser Auto als die hier…)

Neues Thema (was fuer eine grandiose Ueberleitung): Am Freitag ist mein Team aus der Arbeit Raften gegangen (werde Fotos nachreichen). 18 Leute oder so, auf einem Fluesschen. Prinzipiell eine recht lustige Angelegenheit, aber nach ein paar Minuten dann auch wieder langweilig (der Fluss war jetzt nicht unbedingt Wildwasser. Ein paar Stellen waren ganz lustig, aber oft wars ruhig). Aber nicht so bei uns. Mein Kollegenkreis hatte fleissig aufgeruestet. Mit Wasserpistolen. Naja, vielleicht eher Wasserkanonen. So grob geschaetzt wars mit den Dingern moeglich 2 Liter Wasser pro Sekunde ins gegnerische Boot zu befoerdern, Inkl. Nachladen. Ein Gartenschlauch ist vermutlich weniger Leistungsfaehig wenns ums Leute nassmachen geht. (Die Dinger bestanden eigentlich nur aus einem Kolben in einem Zylinder. Der Zylinder hatte ein Loch vorne und der Kolben einen Griff hinten. Sehr effektiv). Also gab es immer ein bisschen Krieg wenn die anderen in Schussweite waren. Also wir hatten etwa 7 Wasserpistolen pro Boot. Am besten hat Augen zumachen und einfach draufhalten funktioniert (einmal hab ich so etwa 2 Liter Wasser unters Augenlied gekriegt. Das ist ein bisschen unangenehm…). Hach ja was fuer ein Spass. Spaeter kam dann auch noch ein bisschen entern dazu (ich hatte irgendwann einen Eddy im Gesicht)… Ach ja, falls das aus den Erzaehlungen noch nicht hervorgegangen ist, wir waren ungefaehr nass.
Irgendwann war dann Mittagspause. Die Gelegenheit um den anderen ihre Waffen zu klauen (leider haben sie’s zu frueh gemerkt) oder Kollegen ins Wasser zu schmeissen (es ist einfach herrlich, wenn man direkt neben dem betreffenden Kollegen stehen kann, auf deutsch beschliesst ihn ins Wasser zu schmeissen und er total ueberrascht ist weil er nur englisch versteht…).
Ja, nachmittags das gleiche Spiel. Etwas weniger Schiessereien, der Guide des anderen Bootes war irgendwie ein bisschen angepisst (es war eine Frau…) und hat das Boot weiter weg gehalten. Naja, wir haben dann halt ein bisschen auf dem Boot rumgeschossen. (Stellt euch vor, ihr sitzt mit Wasserpistolen im Kreis, koennt euch nicht bewegen und habt genug Wasser in reichweite…) Sehr lustig.

Abends sind wir dann wieder nach Hause gefahren (macht Sinn, oder?). Hab dann noch meinen Kollegen meinen Van geliehen (wir muessen da noch den Motor wegfahren… Als Busfahrer gewinnt man viele Freunde…) und mich ganz heimfahren lassen. Dann noch Duschen und Packen und schon gings weiter. Um 9 Uhr Abends gings auf Richtung Yellowstone National Park. Es lagen also 1200 km vor uns. Um 9 Uhr morgens waren wir dann da (von einer durchgefahrenen Nacht gibts glaub ich nicht so viel zu berichten. Vielleicht koennte ich verraten das ich von 3 Uhr morgens bis halb 7 fahren durfte, oder das viele Tankstellen zu hatten, was fuer ein bisschen Besorgnis gesorgt hat.).
Ja, der Park an sich ist schon geil. Aber ich glaub das lass ich dann meine Schwester erzaehlen (die kann ja auch mal was tun, wenn sie schon hier ist). Und Fotos muss ich auch erst noch hochladen… Wir sind da also einen Tag lang durchgecruist und sind abends in ein Hotel gefahren. Da haben wir geschlafen. Und am naechsten Morgen sind wir wieder weiter. Erst durch Montana (wunderschoen), dann durch Idaho (langweilig)… Irgendwann waren wir wieder fast zu Hause, relativ zuegig unterwegs (auf den insgesamt geschaetzt gut 1300 km die ich gefahren bin haben uns auf dem Highway vielleicht 5 Autos ueberholt. Die Haelfte davon hab ich zurueckueberholt…) kommt auf einmal ein Auto von hinten, mit Blinker links. Ich mach natuerlich Platz. Er ueberholt uns und die Maedels auf der Beifahrerseite haben uns erstmal ihren Charakter gezeigt. Schon interressant was man hier auf der Interstate so alles sehen kann (ja, da gaebe es noch mehr zu erzaehlen. Aber nicht hier…). Hmm, ja, um 9 waren wir dann wieder daheim. 48 Stunden, 2700km, 1 Tag im Nationalpark. Total daemlich.

Ja, und heut bin ich dann wieder ins Geschaeft (das hier gehoert zu Mercedes. Da ist schwaebisch sozusagen die Amtssprache). Irgendwann kamen dann auch die Kollegen mit meinem Bus: “He Julian, wir haben hier was fuer dich. Komm mal mit!” Irgendwie hat mir das ein bisschen Angst gemacht. War aber unbegruendet. Die Helden haben mir tatsaechlich die Karre gepimpt…

Passend zum Fahrer natuerlich:

Meine Stossstange macht einen etwas gebrauchten Eindruck…


Und zum Spielzeug passts auch…

Ha, wie geil. Hinterher sass ich erstmal ne halbe Stunde mit breitem Grinsen im Gesicht im Buero. Emotional ueberlastet…


One Response to “Yellowstone National Park”

  1. Simi Says:

    Geile Karre! Echt net übel!
    Das sind doch mal Kollegen…
    Cool cool, enjoy!