Har, har, der Wahnsinn hat mich wieder…

Posted by Julian on Oktober 9th, 2010 filed in Allgemein, Das Besondere im Alltaeglichen

Gestern bin ich um viertel nach sechs, oder vielleicht auch um halb 7 aufs Radel gestiegen und zur Arbeit geradelt. Dort hab ich dann 5 Stunden in der Nase gebohrt und mit dem Schlaf gekämpft. Anschliessend hab ich mich dann wieder aufs Radel gesetzt und bin mal so losgeradelt, richtung Osten. Erstmal nach Arbon, und dann auf dem Bodensee-Radweg weiter, Richtung Bregenz. Zumindest hab ich es versucht, Radwege an sich sind ja eine schöne Idee, die Umsetzung ist aber oft, gerade Innerorts eher Mangelhaft. Hier 3km Umweg, damit nicht der Verkehr auf der Hauptstrasse für 200m von Radfahrern belästigt wird, dort versteckt sich das Radweg-Schild hinter einem Busch, so dass man es erst sieht wenn man praktisch schon hätte abgebogen sein müssen. Ja wenn es denn überhaupt Schilder gibt und der Radweg nicht einfach irgendwo im nirgendwo aufhört. Ich find die Dinger sollten so gebaut sein, dass man bei einer normalen Radfahrgeschwindigkeit, also 30 km/h, die Schilder gut lesen kann…
Dann hab ich doch irgendwo mal Pause gemacht, meine Muskeln haben teilweise schon angefangen ein bisschen zu schmerzen. Nach grad mal 50km oder so. Das kann ja noch heiter werden dachte ich mir. Wurde es auch…
Yeah, ab und zu kam ein bisschen Schotter. Macht richtig Spass da mit den sauteuren High-End-Rennradreifen mit gut 30 km/h drüberzuballern. Aber die Sorge um die Reifen macht es doch entspannter auf Teer zu fahren. Der kam dann auch irgendwann, Bregenz, so schnell durch wie noch nie an einem Freitag nachmittag. Anschliessend abgebogen, raus aus Österreich, rein ins Allgäu. Interressant, wie gross doch die Sprachunterschiede auf kurzen Strecken sein können.
Ein kleiner Supermarkt, Banane, Zopf und Cola eingepackt und weiter, Pause, treten, berghoch, bergab, treten, treten, treten… Die Anstiege im Allgäu waren schon ein wenig sportlicher als ich sie in Erinnerung hatte, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich seitdem ein wenig unsportlicher geworden bin. Und das hab ich deutlich gemerkt. So wenig Saft kam schon lang nicht mehr aus meinen Muskeln. Gut, ich hab mich auch nicht ordentlich darauf vorbereitet, keine Nudeln am Abend vorher, dafür McDonalds. Man merkts glaub ich echt.
Und dann kam wieder ein Radweg. Eine alte Eisenbahnlinie, schienen weg, Radweg hin. Ich glaube das ist das beste, was es an der Bahn gibt. Um Strecke zu machen sind die richtig gut. Leider nicht geteert, sonst hätte ich es noch entspannter fliegen lassen können.
Und dann war ich in Kempten. 140km oder so. Mein Wasser war ein bisschen alle, ich wollte neues holen, den Lidl am Ortseingang hab ich ignoriert, ich wollte was anderes, wo es auch einzelne Snickers gibt. Irgendwie hab ich es aber geschafft dann durch Kempten durchzufahren ohne an einem anderen Supermarkt oder einer Tankstelle vorbeizukommen. Egal, weiter, wird schon irgendwo ein Wasserhahn oder eine Tankstelle oder ein Brunnen kommen. Kam nicht…
Und so kam dann das härteste Stück der Reise, es wurde langsam dunkel, Regenwolken kamen mir entgegen (die sich dann glücklicherweise doch nur als Nebel erwiesen) und ich war echt langsam fertig und tendentiell leicht dehydriert. Aber hilft ja nix, es musste weitergehen. Ganz langsam weitergehen.
Dann wollte ich die Brille wechseln, es war inzwischen doch etwas wenig Licht für die getönte Brille (wobei meine Lampe bei Vollgas immer genug Licht für die getönte Brille macht… aber im Strassenverkehr alle zu blenden muss ja nicht sein), also wechseln. Nunja, also die optimalste Lösung des Rätsels wär dass ich die normale Brille nur in der Arbeit hab liegen lassen.
Also ohne Brille weiter, schnell bin ich ja ehh nicht mehr und inzwischen kannte ich mich auch fast wieder gut genug aus um ohne Schilder zu lesen anzukommen.
Es wurde kälter, oder ich müder. Also mehr anziehen. Normalerweise hätte ich mit so viel Kleidung auch locker bei -5°C fahren können. Aber wenns schon nix zu trinken gibt, dann solls wenigstens warm sein. Kuschlig warm.
Ja, das Wasser war immer noch aus. Bei km 150, 155, 165… Ich hab doch ernsthaft über aufgeben und abholen lassen nachgedacht. Hab ich da letztes Jahr im Winter, bei Schnee, als ich aus Ulm kam auch gemacht…
Und dann war ich kurz vor Marktoberdorf. Da hab ich mir gedacht muss es doch eine Tanke geben. Gab es auch. Und genau gegenüber einen McDonalds. Das hat mich irritiert, McDonalds hat mir spontan besser gefallen, aber meinen Plan gefährdet zur Tanke zu gehen und Wasser zu holen. Ich bin also spontan zu McDonalds, die Rettung. 170km mit 2 Liter Flüssigkeit. Total bescheuert!
Auf dem Klo erstmal meine eine Flasche wieder vollgemacht und grad wieder halb ausgetrunken. Dabei ist die Hälfte daneben gegangen, aber das stört ja nicht wennn man eine Regenjacke anhat. Danach dann noch ein kleiner Burger und ne kleine Cola. Und dann lief es wieder richtig gut. Immer noch langsam, aber der Burger hat den Magen ausreichend beschäftigt (ich hab ja befürchtet dass er grad wieder hochkommt, in der Situation einfach schnell runtergestopft…), und der Zucker aus der Cola gab wieder Saft in den Wadan. Noch 3 Anstiege wusste ich (eigentlich 4, aber der 4. war mir zu klein zum mitzahlen). Auf in den ersten, kleiner Gang (also mittleres Kettenblatt, das kleine Kettenblatt am Rennrad ist eher zur Zierde glaub ich) und gemütlich hochgestiefelt. Und ruck zuck war ich oben. Das ging ja easy, dachte ich mir. Gemütlich runterrollen, unten ging sogar nochmal kurz das grosse Kettenblatt (das hatte ich mental schon 30km früher in den Feierabend geschickt) und auf in den nächsten Anstieg. Läuft. Und noch einmal, die Gegend wird immer heimischer, Rettenbach, Bernbeuren, Burggen. Geil, sozusagen da. Ein Blick auf den Tacho, 196,33 km. Also nochmal umdrehen ein bisschen hin und her fahren und dann heim. 200,33 sagte der Tacho als ich angekommen war. Schon leicht dämlich, früher, als ich das noch ohne Schaltung und Tacho gemacht hätte hätte ich einfach schon nach den 197 behauptet dass es 200 gewesen wären…
Das erste mal dieses Jahr über 100km am Tag. Und das erste mal dieses Jahr über 200km am Tag.
Und jetzt hab ich Muskelkater. Mit Radfahren hab ich das schon ewig nicht mehr hingekriegt…


11 Responses to “Har, har, der Wahnsinn hat mich wieder…”

  1. Re Says:

    Mein erster Kommentar auf deinem Blog - danke für das lebhafte erzählten deiner Tour-Erlebnisse. Hat Freude gemacht zu lesen. Und: Gratuliere. Starke Leistung!

  2. Anonymous Says:

    - wann kommt der nächste blog???

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