Männerwochenende

Posted by Julian on April 29th, 2008 filed in Allgemein, Das Besondere im Alltaeglichen

Ja, und es kam sogar ein italienisches Häschen bei romantischer Musik in mein Bett. Und ich hab es von der Bettkante gestoßen! Doch dazu später mehr.
Nebel, Regen, Schnee, nene, das wollten wir nicht. Wir sind übrigens Tom und ich. Wir wollten Mountainbiken (am besten mit der Gondel nach oben und auf dem Rad nach unten), Sonne und warm. Also auf, traditionell nach Südtirol. Samstag morgen gings los, halb 8 treffen in Garmisch. Seltsamerweise war ich sogar pünktlich (das passiert mir sonst nie wenn ich mich mit Tom treff), Gelegenheit noch schnell einen Blick auf die neue Skischanze zu werfen. Anschliessend schnell Sachen umpacken und los gings…
Traditionellerweise verbocken wir auch immer irgendwas bei der Autobahnmaut. Entweder in Österreich oder in Italien. Diesmal haben wir es ohne Mautzettel auf die italienische Autobahn geschafft (angeblich ist das unmöglich…). Nervig!
Um 11 waren wir dann in Bozen in der Gondel. Südtirol ist also praktisch ums Eck. Und das Wetter war, nun, man könnte sagen warm:
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Also erstmal gemütlich losfahren, wieder neu ans Radl gewöhnen, seit fast 4 Monaten hab ich da nicht mehr richtig drauf gesessen:
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Überraschenderweise hatte Tom dann noch nen Platten (normalerweise bin ich dafür zuständig…). So fuhren wir ein paar mal Altbekanntes. Doch irgendwann wollten wir neues erkunden. Es gibt da so eine Zeitschrift in der ein paar Empfehlungen drin stehen. Da die aber teilweise nicht so ganz unseren Ansprüchen entsprachen (Straße steil bergab ist nichts womit man uns hinterm Ofen vorlocken kann) sind wir ein wenig anders gefahren und gewandert. Nun, fahrtechnisch nur wenig erlebenswert, aber doch toll, südtiroler Frühling erleben, Landschaft geniessen…
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Und abends haben wir dann noch nen richtig geilen Trail entdeckt. So ein alter Karrenweg. Ziemlich anstrengend zu fahren, aber lustig. Generell kann man sich wohl nur schwer vorstellen, dass den Berg runter fahren so anstrengend sein kann. Das ständige Gerüttel und festklammern am Lenker macht die Arme kaputt, der Bremshebelfinger ist ständig überlastet (die Bremse übrigens auch) und man kann sich auch nicht mal gemütlich hinsetzen. Interessanterweise war es dann abends immer vor allem der Trizeps, der weh getan hat. Und so war dann nach 5 mal hochgondeln der erste Tag vorbei.
Am nächsten Morgen (es war schon wieder 11) haben wir eine Tour ohne Gondel in Angriff genommen. Bergauf ist auch ganz schön anstrengend. Vor allem mit unseren schweren Bikes. Aber landschaftlich wunderschön konnten wir anschliessend eine wunderschöne Abfahrt geniessen:
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Anschliessend dann nochmal woanders hochgondeln und runterschreddern. War wieder ein eher holpriger, anstrengender Trail:
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Abends haben wir dann noch einen kleinen Spielplatz angeschaut, keine Felsen, recht flüssig zu fahren, eher flach (man hängt also nicht die ganze Zeit an der Bremse) und viele künstliche Hindernisse (deshalb Spielplatz). Sehr spassig und liegt praktisch direkt an der Autobahn zum Gardasee, lässt sich also auch da mal geschwind einbauen:
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Da haben wir dann auch noch eine nette Burg entdeckt (vor der wir dann auch übernachtet haben):
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Und schon war wieder abend:
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Da kam dann auch das italienische Häschen ins Spiel. Naja, das Häschen war eher ein Karnickel, das Bett meine Isomatte und die romantische Musik so nen blöder Vogel der die ganze Nacht nervig penetrant rumgezwitschert hat. Aufgewacht bin ich dann davon das das Karnickel auf meine Isomatte eingehackt hat, mit seinen Schneidezähnen. Tock, Tock, Tock. Ich bin also aufgeschreckt, woraufhin das Kaninchen erschrocken ist und in “ich bin schon tot”-Haltung erstarrt ist. Also hab ichs einfach von der Matte geschoben und bin meinerseits in “ich bin schon tot”-Stellung verfallen. Nachdem das Vieh davon überzeugt war das ich tatsächlich tot bin ist es ruck zuck verschwunden und ward vortan nicht mehr gesehen… Also musste ich nur noch überlegen ob ich den Baum wo der Vogel drauf sass umhauen sollte…
Neuer Tag, neue Ziele. Secret Spot der als schwerster Trail der Alpen gilt. Wir sind mal ein bisschen früher aufgestanden. Hat aber nicht so arg viel gebracht, weil als wir um kurz nach 9 an der Gondel waren haben wir ein Schild entdeckt: Pause bis 11 Uhr. Pause machen? Genau:
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700 Höhenmeter gings so hoch - wir waren auch nicht vor der Seilbahn oben. Aber ein bisschen Geld gespart und vor allem was erlebt. Schmerzende Schulter… aber auch den Trail schonmal gesehen. Und dann gings wieder runter. Es war hart und anstrengend (ich hatte ja meinen Oberkörperprotektor an und darunter waren Temperaturen die Stahl zum schmelzen gebracht hätten - zum Glück hab ich keine Muskeln aus Stahl…). Und ziemlich anspruchsvoll - allerdings nicht so anspruchsvoll wie ich erwartet hatte. Sicher, es gab einige Stellen die ich getragen hab, aber großteils war das Ding doch fahrbar (für mich. Tom ist alles gefahren auch wenn er manchmal mehrere Versuche gebraucht hat…). Bilder? Sollt ihr haben:
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Anschliessend waren wir recht fertig, also vor allem ich, es war sauwarm (ja, wir hatten drei Tage allerfeinstes Wetter… kann man nicht oft genug erwähnen) und wir hatten Lust auf was anderes als Felsengeholper. Also hat der Tom noch einen netten kleinen Trail bei Mittenwald vorgeschlagen.
Also Sachen wiedermal ins Auto geschmissen und losgefahren. Mal grad schnell über die Alpen. Dort ausgestiegen - ihh, schwül. Also erstmal Kopfschmerzen kriegen. Trotzdem Radl schnappen und hoch auf den Berg. Ging anfangs auch noch ganz gut, bis, ja bis dann:
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So durch den Schnee stapfen macht ja so richtig Spaß. Vor allem wenn man mit dem sackschweren Hobel auf den Schultern in kurzen Hosen bis zur Hüfte im Schnee versinkt. Aber wir wolltens ja so. Eigentlich wars auch gar nicht mehr weit. Das Stück durch den Schnee hätten wir ohne Schnee ganz locker in 15 Minuten geschafft. Mit Schnee hats geringfügig länger gebraucht. Aber irgendwann (nachdem wir immer abwechselnd aufgeben wollten) waren wir dann doch oben. Runter gings auf einem Sonnenhang, oben noch ein bisschen Schnee, aber kaum erwähnenswert. Ein wunderschöner kleiner Wanderweg, kaum Felsen und Stufen, wenig Gefälle dafür unzählige Spitzkehren in denen ich endlich mal ein bisschen gelernt hab wie man eine Kurve auf dem Vorderrad bewältigt:
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Und unten in den letzten Kehren hat uns dann noch der Regen erwischt. Welcome back in Germany. Egal!

Jo, das wars. Insgesamt doch ein sehr geiles, verlängertes Wochenende. Und auch ziemlich preiswert, 60€ hat jeder von uns ab Garmisch gezahlt. Für 3 Tage Essen, Gondeln, Übernachten und Benzin. Plus nochmal so viel für die Anfahrt nach Garmisch und Verschleiß am Bike (wenn Benzin hier nicht so pervers teuer wär könnte man sowas durchaus öfter machen!). Achja, und dann noch der körperliche Verschleiß, ein bisschen Muskelkater, ein paar blaue Flecken und vor allem eine schmerzende Schulter (mag grad mal irgendwer massieren???). Und morgen gehts gleich weiter, zum Christivel…

Ich freu mich!


One Response to “Männerwochenende”

  1. Grimmi Says:

    meine fresse, muss ja echt n geiles wochenende gewesen sein. also, falls ich irgendwann mal ne maschine hab, mit der ich auch sowas fahren kann musst du mich ma mitnehmen und mich aushalten *g*
    copyright is übrigends geschenkt
    gruß, le grenoa